Geheimsache Igel

Geheimsache Igel

Präventionstheater zur Stärkung von Kindern

„Geheimsache Igel“ ist ein Theaterstück zur Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Klassen und eröffnet einen altersgerechten Zugang zu den Themen Gefühle, Selbstbestimmung, persönliche Grenzen, Kinderrechte und das Holen von Hilfe.

Seit 2015 ist das nach der Geschichte von Olaf A. Krätke entwickelte Stück in Hamburg, Bremen und Niedersachsen auf Tournee. Bis Ende 2020 trat das Ensemble unter dem Namen Theater Zündstoff auf. Seit 2022 ist das Projekt als Amatamia Theater e. V. als eingetragener Verein aktiv und wird auch unter der Bezeichnung Theater Amabile GbR geführt.

Kinder stärken – ohne ihnen die Verantwortung zu übertragen

Kinder erleben im Alltag immer wieder Situationen, in denen sie sich unwohl, bedrängt oder verunsichert fühlen. Das Theaterstück greift diese Erfahrungen auf und ermutigt Kinder, ihren Gefühlen zu vertrauen und über belastende Erlebnisse zu sprechen.

Ein wichtiges Ziel des Projekts ist es, Kinder darin zu bestärken, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und deutlich zu machen. Sie dürfen Nein sagen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt. Gleichzeitig vermittelt das Stück eine ebenso wichtige Botschaft: Kinder können sich nicht allein vor sexualisierter Gewalt schützen.

Täterinnen und Täter handeln häufig schrittweise und manipulativ. Sie nutzen Vertrauen, Abhängigkeiten, Zuwendung oder Druck gezielt aus. Deshalb reicht ein Nein manchmal nicht aus. Die Verantwortung liegt niemals beim Kind.

Die wichtigste Präventionsbotschaft lautet deshalb: Vertraue deinem Bauchgefühl. Sprich mit einer Person, der du vertraust. Hole dir Hilfe – und wenn dir eine Person nicht zuhört, suche dir eine weitere, bis du die Unterstützung bekommst, die du brauchst.

Die Geschichte

Krümel ist ein fröhliches Kind. In ihrer Welt ist alles gelb: ihre Kleidung, ihre Spielsachen, die Sonnenblume und die geliebten Jonglierbälle. Gemeinsam mit ihrem Freund Wurzel und ihrem Igel erlebt sie einen unbeschwerten Alltag.

Doch nach und nach verändert sich alles. Zunächst tauchen kleine blaue Dinge auf, später erscheint eine geheimnisvolle blaue Person, die Krümel verunsichert, beeinflusst und unter Druck setzt. Immer mehr von Krümels gelber Welt wird blau. Krümel verliert ihre Unbeschwertheit und zieht sich zurück.

Erst als Krümel dem Igel ihr Geheimnis anvertraut und gemeinsam mit Wurzel Hilfe sucht, gelingt es ihr, ihre Stärke wiederzufinden. Gemeinsam mit den Kindern üben die Figuren, laut und deutlich „Nein“ zu sagen. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig es ist, sich jemandem anzuvertrauen und Unterstützung zu holen.

Theater, das bewegt

In dem Stück werden Farben, Symbole und Humor eingesetzt. Gelb steht für Geborgenheit, Freude und Sicherheit, während Blau für Verunsicherung, Grenzverletzungen und Bedrohung steht. Mithilfe dieser Bildsprache kann ein schwieriges Thema sensibel und kindgerecht vermittelt werden, ohne die Kinder zu überfordern.

Die Kinder erleben die Geschichte aktiv mit. Sie fiebern mit Krümel und Wurzel mit, lachen, denken nach und helfen den Figuren, Lösungen zu finden. So entstehen emotionale Lernerfahrungen, die nachhaltig wirken können.

Im Anschluss an jede Aufführung findet ein moderiertes Gespräch mit den Kindern statt. Dabei werden die Themen des Stücks aufgegriffen, Fragen beantwortet und die Präventionsbotschaften gemeinsam vertieft.

Um diese Botschaften nachhaltig zu verankern, wurde in Zusammenarbeit mit dem Amatamia Theater, der Illustratorin Nele Palmtag und der Grafikerin Kristin Bauer ein Begleitheft für Schülerinnen und Schüler entwickelt.

Theater als Türöffner

Das Theaterstück „Geheimsache Igel“ versteht sich als Türöffner für Gespräche. Es schafft einen geschützten Raum, in dem Kinder erleben, dass ihre Gefühle wichtig sind, dass sie Rechte haben und dass Erwachsene ihnen helfen können.

Unser Anliegen ist es, Kinder zu stärken, Erwachsene zu sensibilisieren und gemeinsam dazu beizutragen, dass Kinder wissen:

Ich darf meinem Bauchgefühl vertrauen.
Ich bin nicht schuld.
Ich muss schwierige Situationen nicht allein bewältigen.
Es gibt Menschen, die mir zuhören und mir helfen.

oder hier ein Radiobericht über `Geheimsache Igel´ aus Wilhelmshaven – zum reinhören klicke Soundcloud:

SoundCloud

Sie können für „Geheimsache Igel“ in Hamburg, Bremen und Niedersachen Fördermitglied werden.

Jede Hilfe zählt und kommt den Kindern zugute.

Aktuelle Fotos von uns in Aktion

gemalte Bilder der Kinder nach unserer Aufführung:

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